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Viktoria und ihre Germinom – Geschichte

Hallo Welt 😊

Ich heiße Viktoria.

Ich komme aus Bulgarien und bin 7 Jahre alt.

Vor sechs Monaten bin ich auf eine Welt gestoßen, in der es keinen Unterschied in Alter, Geschlecht, Rasse oder Nationalität gibt. In dieser Welt sind wir alle gleich und jeden Tag kämpfen wir, weil es nicht nur eine Schlacht ist, sondern ein Krieg.

Dieser Kampf ist wie ein Einzelkampf, aber so viele Menschen helfen mir. Bei einigen von ihnen hatte ich noch nie die Gelegenheit, sie zu treffen und mich bei Ihnen zu bedanken.

Du bist eine von ihnen und ich möchte Dir von ganzem Herzen dafür danken, dass Du das alles für mich getan hast!

P.S. Meine Mutter sagt immer, dass der Mensch ein gutes Herz hat, und ich glaube auch wegen dir daran!

Viktoria Todorova

(Ein Brief, die Victorias Mutter und Victoria an Ihre Betreuerin nach der Behandlung geschrieben haben).

Die Vorteile der Protonentherapie bei Krebserkrankungen im Kindesalter werden von Ärzten eindeutig anerkannt

In einer im Journal of Paediatric Oncology veröffentlichten Studie vom Februar 2020 wurde die Rolle der Protonentherapie bei der Behandlung von Kinderkrebs bei einer Vielzahl von Krebsarten untersucht. Diese Studie zeigt, dass sich mit erweiterten Behandlungsmöglichkeiten die Überlebensraten bei Krebsarten im Kindesalter weiter verbessern. Die Reduzierung behandlungsbedingter langfristiger Nebenwirkungen sekundärer Krebserkrankungen ist daher zu einem Schwerpunkt geworden.

Die Verwendung von Protonenstrahlung als medizinische Therapie wurde erstmals in den 1940er Jahren vorgeschlagen, wobei die erste Behandlung 1958 erfolgte. Seitdem hat die Protonenstrahlentherapie dramatische Veränderungen erfahren und ist bei Krebspatienten im Kindesalter mit potenziell heilbaren bösartigen Krebsarten zunehmend gefragt. Es wurde über deutliche Verbesserungen bei endokrinen Ergebnissen, neurokognitiven Leistungnen, Lebensqualität und anderen Messwerten berichtet. Beispielsweise wird durch die Verwendung einer Protonentherapie die Strahlendosis für normales gesundes Gewebe auf 60% niedriger geschätzt als bei einer herkömmlichen Strahlentherapie. Darüber hinaus werden die Vorteile der Protonenstrahlentherapie mittlerweile von Versicherungsunternehmen und anderen Gesundheitsdienstleistern weitgehend akzeptiert. Eine Umfrage, die 2016 in 54 Protonenzentren in 11 Ländern durchgeführt wurde, ergab, dass 2016 zwischen 2.000 und 2.500 Kinderpatienten mit Protonentherapie behandelt wurden, eine Zahl, die sich seit 2012 verdoppelt hat.

In der Studie wurde die Überlegenheit der Protonentherapie bei der Behandlung jegelicher Formen von Krebs im Kindesalter hervorgehoben – von Krebserkrankungen des Zentralnervensystems wie Medulloblastom, Ependymom, atypischen teratoiden / rhabdoiden Tumoren, Kraniopharyngeom und ZNS-Keimzelltumoren bis hin zu Krebserkrankungen des nicht-zentralen Nervensystems wie Rhabdomyosarkome, Ewing-Sarkom, Schädelbasis-Chondrosarkom und Chordom, Hodgkin-Lymphom, Neuroblastom, Retinoblastom und Osteosarkom.

Krebserkrankungen im Kindesalter werden einfach besser mit Protonen behandelt, weil es weniger Auswirkungen auf die Lebensqualität, Entwicklung, Gedächtnis, Sinnesorgane wie das Hören und das Intelligenzquotienten (IQ) hat, wie auch auf die klinisch signifikante Endokrinopathie. Zusätzlich wurde gezeigt, dass die Verwendung einer Protonentherapie das Risiko für sekundäre Krebserkrankungen verringert.

Die klinischen Daten zeigen nun, dass die Protonenstrahlentherapie bei der Bekämpfung von Krebs genauso wirksam ist wie die konventionelle Strahlentherapie, und es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass die Toxizität der Protonenbehandlung deutlich geringer sind. Weil randomisierte Studien and Kindern in den USA und zunehmend auch in Europa einfach „nicht möglich, machbar oder ethisch vertretbar“ sind, werden andere Methoden zur Untersuchung von Patienten durch wichtige Registrierungsdatenbanken sowohl in den USA als auch im Ausland übernommen.

Weitere Auswertungen sind unerlässlich, um die Ergebnisse in dieser Gruppe weiter zu verbessern, denn die Gesundheit der Kinder ist eine unumstrittene Priorität. 

Um herauszufinden, ob die Protonentherapie für Sie oder einen geliebten Menschen geeignet ist, wenden Sie sich an unser Patientenmanagement.

Quellen:

Endo M, Robert R. Wilson (1914–2000): the first scientist to propose particle therapy—use of particle beam for cancer treatment. Radiol Phys Technol 2018;11(1):1–6.

Goitein M, Cox JD. Should randomized clinical trials be required for proton radiotherapy? J Clin Oncol 2008;26(2):175–6.

Greenberger BA, Yock TI. The role of proton therapy in paediatric malignancies: Recent advances and future directions. Semin Oncol. 2020 Feb 21. pii: S0093-7754(20)30002-6.

Gross JP, Powell S, Zelko F, et al. Improved neuropsychological outcomes following proton therapy relative to x-ray therapy for paediatric brain tumour patients. Neuro Oncol 2019.

Kahalley LS, Ris MD, Grosshans DR, et al. Comparing intelligence quotient change after treatment with proton versus photon radiation therapy for paediatric brain tumours. J Clin Oncol 2016;34(10):1043–9.

Kahalley LS, Peterson R, Ris MD, et al. Superior intellectual outcomes after proton radiotherapy compared with photon radiotherapy for paediatric medulloblastoma. J Clin Oncol 2019 JCO.19.01706.

Langen K, Zhu M. Concepts of PTV and robustness in passively scattered and pencil beam scanning proton therapy. Semin Radiat Oncol 2018;28(3):248–55.

Noone AM, Howlader N, Krapcho M, Miller D, Brest A, Yu M, Ruhl J, Tatalovich Z, Mariotto A, Lewis DR, Chen HS, Feuer EJ, Cronin KA, editors. SEER Cancer Statistics Review, 1975-2015, Bethesda, MD: National Cancer Institute; 2018.

Nasenrachenkrebs: Protonentherapie ist eine schonende und effektive Methode, zeigt die neue Auswertung des PTC Prag

Ein Nasopharynxkarzinom, oder auch Nasenrachenkrebs genannt ist eine Krebserkrankung aus der Gruppe der Kopf- und Halstumoren. Diese Erkrankung wird oft in späteren Stadien entdeckt und durch die Lage, Umfang und Beschaffenheit ist eine Operation meist nicht möglich oder sinnvoll. Radiotherapie stellt hier die wichtigste Behandlungsoption, oft mit einer begleitenden Chemotherapie. Aber auch diese birgt Risiken für den Patienten in Form von Nebenwirkungen. Gerade hier kann Präzision der Protonentherapie einen entscheidenden Vorteil für den Patienten darstellen, da sie ermöglicht, das umliegende gesunde Gewebe im Kopf- und Halbereich zu schonen.

Im Protonentherapiezentrum Prag wurden bereits einige Patienten mit Nasenrachenkrebs behandelt, 40 von ihnen wurden in einer kürzlich publizierten Studie. Es handelt sich um Patienten in Durchschnittsalter 47 Jahre in verschiedenen Stadien der Erkrankung, die zwischen 2013 und 2018 bilateral, also beidseitig bestrahlt wurden. Die Nachbeobachtungszeit Betrug 24 (1,5–62) Monate.

Wie die Auswertung zeigt, betrug das zweijährige Gesamtüberleben (OS) 80%, das krankheitsfreie Überleben (DFS) 75%, die lokale Kontrolle des Tumors (LC) lag bei 84%. Wichtig ist dabei auch der Fakt, dass die Nebenwirkungen in Allgemeinen sehr mild waren, trotz der oft umfangreichen Bestrahlungszielfläche und der gleichzeitigen Chemotherapie. Es handelte sich dabei meistens um Hauttoxizität und Dysphagie, also Schluckstörungen, die von den Patienten als häufigste akute Nebenwirkungen angegeben wurden. Nur in vier Fällen (10%) war die Einführung einer perkutanen endoskopischen Gastrektomie erforderlich und bei zwei Patienten (5%) wurde eine schwere Spättoxizität beobachtet.

Die Ärzte und Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass die Protonentherapie eine schonende, vielversprechende Behandlungsmethode darstellt, trotz des hohen Prozentsatzes fortgeschrittener Erkrankungen in der untersuchten Gruppe.

Corona-Zeiten und die Auswirkungen: Was passiert, wenn die Krebsvorsorge verschoben wird

Corona-Pandemie wird noch weitreichende Auswirkungen auf das Leben vieler Menschen haben, wenn die Bugwelle der zu spät diagnostizierten Krebsfälle antritt. Aus Angst vor der Corona-Ansteckung haben viele Menschen ihre Vorsorge verschoben, beziehungsweise ihre Termine wurden abgesagt. Die Zeit ist aber bei der Diagnostik von Krebserkrankungen ein sehr wichtiger Faktor,  vor allem bei den schnell wachsenden, bösartigen Tumorerkrankungen.

Viele Wissenschaftler weisen daraufhin, dass nach dem Ende der Pandemie mit einem starken Anstieg der diagnostizierten Krebszahlen zu rechnen sei. Bei manchen Diagnosen ist die Auswirkung weniger dramatisch als bei anderen: Bei Brust-, Lungen- und Blutkrebs fallen die Konsequenzen für die Betroffenen besonders dramatisch aus.

Amerikanisches Wissenschaftlerteam errechnete in einer bereits im Mai 2020 publizierten Studie „Pausing cancer screening during the severe acute respiratory syndrome coronavirus 2pandemic: Should we revisit the recommendations?“ die Zahlen für verspätete Brustkrebs-Diagnostik. Anhand der gut dokumentierten Fallzahlen zu Brustkrebs stellten die Autoren eine Beispielrechnung auf. Mehr als 70 Prozent der Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren nehmen in den USA normalerweise am Mammographiescreening zur Früherkennung von Brustkrebs teil, das sind rund 1.412.000 Frauen pro Monat. Wie die Forscher in der Studie errechneten, bleiben in jedem Monat, in dem das Mammographiescreening infolge der SARS-CoV-2-Pandemie ausgesetzt ist, 69.629 Brustkrebsfälle undiagnostiziert. Werden sie später entdeckt, ist es möglicherweise zu spät: Ihr Risiko, dass sich die Therapie zu stark verzögert und sich die Prognose deutlich verschlechtert, steigt.

In Europa ist die Situation ähnlich. Britische Modellrechnungen zeigen, dass  es aufgrund verzögerter Diagnosen und Therapien nach dem COVID-19-Lockdown zu einem Anstieg der Krebsmortalität in den nächsten Jahren bei häufigen Tumortypen um 5‒17% kommen wird. Die späte Diagnostik verschlechtert die Prognose deutlich, außerdem steigen dadurch auch die Kosten der Versicherer für die dann notwendig gewordene intensivere Behandlung.

Protonentherapie gehört zu den modernsten Formen der Therapie, aber auch hier gilt:  je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto höher sind die Chancen auf eine Heilung.

Quellen und weitere Informationen:

https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(20)30219-7/fulltext

https://www.springermedizin.de/de/covid-19/risikofaktoren-fuer-krebserkrankungen/mehr-krebstote-durch-verspaetete-diagnosen-befuerchtet/18137574

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/112249/Onkologen-warnen-vor-Bugwelle-an-zu-spaet-diagnostizierten-Krebsfaellen

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/COVID-19?s=&p=1&n=1&nid=115591

Konsolidierende Radiotherapie bei DLBCL-Lymphomen: Eine Studie, die zu einer Änderung der derzeitigen Praxis führen kann

MUDr. Kateřina Dědečková, Leiterin des Kompetenzzentrums für Protonentherapie maligner Lymphome leitet auch die Teilnahme von Universitaetsklinik Motol und Protonentherapiecenter Prag an einer renommierten internationalen multizentrischen klinischen Studie, die von der ILROG-Studiengruppe (International Lymphoma Radiation Oncology Group) initiiert wurde.

Ziel der Studie ist eine Änderung der radiotherapeutischen Praxis bei der Bestrahlung von DLBCL Lymphomen. Konkret geht es darum, die Gesamtstrahlendosis im Rahmen der konsolidierenden Strahlentherapie bei diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) zu reduzieren. Es wird angenommen, dass diese Reduzierung der Gesamtstrahlendosis zu einer Minimierung der akuten und späten Folgen der Bestrahlung führt, während die lokale Kontrolle, also Wirksamkeit an der bestrahlten Stelle, erhalten bleibt. Es handelt sich um eine nicht-invasive Studie im Rahmen der Standardbehandlung und umfasst sowohl die klassische Photonen- als auch die Protonentherapie. Die Protonentherapie eignet sich auch hier besonders für Patienten, bei denen die Strahlendosis auf die umliegenden Risikoorgane reduziert werden sollte.

Die Studie wird von Dr. Christopher Kelsey vom Duke University Medical Center geleitet, es nehmen auch andere renommierte medizinische Einrichtungen aus der ganzen Welt teil, wie das Yonsei Cancer Center (Korea), SingHealth (Singapur), die Mayo Clinic (USA), die University of Rochester (USA), MD Anderson Cancer Center (USA), Juntendo University (Japan) und andere.

Für weitere Informationen zur Phase II study of Dose-Reduced Consolidation Radiation Therapy in Patients with Diffuse Large B-cell Lymphoma  koennen Sie sich an das  Kompetenzzentrum für Protonen-RT maligner Lymphome im Protonentherapiezentrum in Prag wenden.

HNO-Tumore: Wie kann die Protonentherapie helfen?

Unsere HNO-Spezialistin Dr. Eliška Rotnáglová hat bereits viele Erfahrungen mit der Protonentherapie machen können. Sie begleitet im PTC Prag die Patienten während und nach der Protonenbehandlung im Bereich der Hals-, Nasen- und Ohrenkrebserkrankungen (HNO). Wie auch sie findet, sollten die Möglichkeiten der Protonentherapie gerade in diesem Bereich unter Ärzten und Patienten stärker präsent sein.

Kopf-Hals-Tumore werden in der Regel mit Strahlung behandelt. Der Vorteil der Protonentherapie liegt in ihren physikalischen Eigenschaften: Protonen haben im Vergleich zu Photonen eine hohe Intensität und eine sehr geringe Belastung des umliegenden Gewebes. Wie Dr. Rotnáglová sagt, ist im HNO-Bereich dieser Unterschied von besonders großer Bedeutung. „Denn die typischen Nebenwirkungen der klassischen Bestrahlung, die mit Protonen zum Teil eliminiert oder zumindest reduziert werden können, sind die Beeinträchtigung der Funktionen der Speicheldrüse, des Hör- und Sehvermögens sowie eine Fibrose nach Bestrahlung“.

Mit Kopf-Hals Tumoren werden zwei Gruppen von Patienten behandelt, einige primär und andere nach der Operation. Die häufigsten Erkrankungen sind dabei die Nasopharynx-, Nasenhöhlen- und Nasennebenhöhlenkrebs sowie Mandel- und Speicheldrüsentumoren.

Die aufregendste Entwicklung besteht zur Zeit in der Möglichkeit, die Protonentherapie mit der Chemotherapie und anderen, neuen Therapien wie der Immuntherapie zu kombinieren.

Graham und seine Prostatakrebs-Geschichte

Bei einem jährlichen Bluttest wegen der Schilddrüsenfunktion im Februar 2018 wurde mir ein PSA-Test vorgeschlagen, dem ich zustimmte. Da ich 77 Jahre alt war, war es überraschend, dass ich noch nie von dem PSA-Test gehört habe, zumal ich in den letzten 15 Jahren gelegentlich gegenüber Ärzten erwähnt hatte, dass der Harndrang bei mir allmählich zugenommen hatte.

Ein Arzt sagte mir daraufhin, dass das Testergebnis 7,3 war und dass wir nun meinen PSA-Wert überwachen müssten. In einem anschließenden Telefongespräch stimmte ich einer Prostata-MRT zu, aber das Krankenhaus schickte mir einen Biopsie-Termin und teilte mir mit, dass Scans nur bei PSA-Werten über 10 durchgeführt werden. Ich war damit nicht zufrieden und absolvierte daraufhin einen multiparametrischen MRT-Scan in einer Privatklinik.

Wie der mpMRI-Scan-Bericht zeigte, hatte ich ausgedehnten bilateralen Prostatakrebs. Da ich bis dahin ein glückliches und gesundes Leben geführt habe, war meine erste Reaktion die, dass ich gar nichts tun werde, zumal, wie mein Arzt sagte, ich könnte mit Prostatakrebs sterben und nicht daran. Meine Frau und meine Familie waren jedoch gegen eine solche Haltung, und so begann ich im Juni meine Nachforschungen. Fast sofort stieß ich auf weltweit leuchtende Berichte über eine Klinik in Zentralchina, die eine Mischung aus westlicher Medizin und traditioneller chinesischer Medizin einschließlich Kräutertherapie und Akupunktur zur Behandlung von Prostatakrebs verwendet. Nach einigen E-mails mit der Klinik und mir drei ehemaligen Patienten beschloss ich, dorthin zu gehen. Die Verzögerungen bei der Bearbeitung des Visums sowie die Urlaubspläne des chinesischen Beraters und meine eigenen führten jedoch dazu, dass meine Reise verschoben wurde. In der Zwischenzeit stieß ich auf ein Buch des Amerikaners Bob Marckini, der sich nach einer umfangreichen Recherche für eine Protonentherapie in Kalifornien entschied. Er überzeugte mich, dass die Protonentherapie auch für mich die beste Option ist.

Ich habe das Protonentherapiezentrum Prag am Anfang Juli kontaktiert und war beeindruckt von der detaillierten und prompten Antwort. Vor meinem Behandlungsplanungsbesuch in Prag im Dezember musste ich noch eine Biopsie und dann eine Hormonbehandlung absolvieren, um meinen PSA, der auf 10,1 angestiegen war, auf einen Wert unter 1,0 zu senken.

Im Laufe des Januar 2019 hatte ich 21 kurze Bestrahlungssitzungen, so dass ich auch noch viel Zeit für Besichtigungen sowie Videoastronomie- und Gitarrenkurse in meiner komfortablen Wohnung hatte.  Die Wohnung wurde mir vom Team empfohlen und war nur einen kurzen Spaziergang vom Behandlungszentrum entfernt. Die freundliche, hilfsbereite und professionelle Art und Weise, mit der Dr. Kubeš, seine Kollegen und Mitarbeiter mich über meine Behandlung aufklärten und mich stets begleiteten, habe ich sehr geschätzt – ebenso wie die Gitarrenleihgabe von Katerina! Susanna, meine Behandlungskoordinatorin, sorgte dafür, dass alle medizinischen oder administrativen Probleme und Fragen, die ich hatte, schnell beantworten wurden. Ich war gerührt von ihrer Freundlichkeit und gutem Humor.

Drei Tage nach meiner Rückkehr nach Hause begann ich die Nebenwirkungen zu spüren, über die ich im Voraus informiert wurde. Sie dauerten 17 Tage – genau innerhalb der Prognose von 14 bis 21 Tagen, aber Dr. Sláviková hat mir dazu hilfreiche Ratschläge in einer telefonischen Konsultation gegeben. Danach habe ich mich gut gefühlt und konnte mein Leben ohne alle die Probleme fortsetzen, die ich hätte sonst haben können, wenn ich gar nichts getan oder mich für eine andere Behandlungsform entschieden hätte. Ich kann also die Behandlung im Protonentherapiezentrum in Prag wärmstens empfehlen.

Protonentherapie bei der Behandlung von Leukämie: Ein neuer Ansatz

Wann ist die Protonentherapie bei einer Leukämiediagnose angemessen?

Wenn Leukämie-Patienten eine Infiltration des Zentralnervensystems (ZNS) oder eine extramedulläre Beteiligung (Myelosarkom) aufweisen und ihr behandelnder Hämato-onkolog eine Strahlentherapie empfiehlt,  sollte die Protonentherapie ernsthaft erwogen werden. Das bestätigen sowohl die neu aktualisierten Empfehlungen der internationalen Expertengruppe ILROG als auch die dosimetrischen Vergleiche zwischen der klassischen und der Proton-Bestrahlung. 

Die ILROG-Empfehlungen gelten speziell für Patienten mit einem positiver Befund in der Cerebrospinalflüssigkeit.  Weiter sollten die Protonentherapie die Patienten erwägen, bei denen eine ZNS-Erkrankung erneut aufgetreten ist und die für eine allogene Transplantation vorgesehen sind, die aber  nicht auf eine Chemotherapie oder biologische Therapie ansprechen.

In diesem Fall hat die Protonentherapie große Vorteile gegenüber anderen Formen der Strahlentherapie, vor allem wegen der strahlenfreien Exposition der Organen vor den Wirbelkörpern und eine minimale systemische Toxizität (verringerte Häufigkeit von Erbrechen, Übelkeit und Durchfall). Die Protonentherapie eignet sich in diesem Fall auch für stark vorbehandelte Patienten (Patienten nach mehreren Chemotherapie-Linien) aufgrund der Reduktion der Strahlung auf Lunge, Herz, Darm und andere Organe.

Für mehr Informationen kontaktieren Sie unseren Patientenservice.

Filip und seine Chordom-Geschichte

Am 5. Januar 2018 wurde bei mir ein Chordom des zweiten Halswirbels diagnostiziert. In der Abteilung für Neurologie im Militärkrankenhaus Belgrad wurde daraufhin eine partielle Laminektomie durchgeführt. Nach der ersten Resektion wurde mir geraten, ein Krankenhaus zu finden, das meinen Tumor mit einer Protonenstrahl-Therapie behandeln kann. Nach Abschluss der Protonentherapie würde dann eine Operation zur Stabilisierung der Wirbel durchgeführt.

Bevor sich meine Diagnose bestätigt hatte, wurde ich wegen eines möglichen Schlaganfalls ins Krankenhaus eingeliefert. Ich erinnere mich, dass ich meine Glieder nicht kontrollieren konnte und Krämpfe in Fäusten und Beinen hatte. Mein Gehirn war jedoch nicht betroffen und ich war völlig wach. Als die Ärzte den MRT-Scan untersuchten, um zu überprüfen, ob ich einen Schlaganfall hatte, bemerkten sie die Wucherung auf meinem C2-Wirbel.

Obwohl ich froh war, keinen Schlaganfall erlitten zu haben und auch dass es sich bei den Symptomen nicht um Multiple Sklerose handelte, bekam ich Angst, als ich erfahren habe, dass es sich um Krebs handelt, da meine Familie eine Vorgeschichte hat.

Vor meiner Operation war ich optimistisch, aber der Optimismus verschwand bald wieder und wurde zu Angst und Verzweiflung, da der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte. Nach der Operation begann ich, wie von meinen Ärzten empfohlen, die Möglichkeit einer Protonentherapie zu erforschen. Ich wusste, dass meine einzige Hoffnung darin besteht, so schnell wie möglich ein Zentrum zu finden und mit der Behandlung zu beginnen. Ich fand das Protonentherapiezentrum in Prag über eine Website namens Protonentherapy Today und im März 2018 kontaktierte ich einen Behandlungskoordinator, der alle meine medizinischen Unterlagen und MRT-Bilder anforderte, um festzustellen, ob sie mich möglicherweise behandeln könnten.

Es dauerte nur ein paar Tage, bis der PTC mir mitteilte, dass ich ein geeigneter Kandidat für die Behandlung in seiner Einrichtung war, und sie gaben mir Informationen über die vorgeschlagene Anzahl von Fraktionen und die Gesamtkosten der Behandlung. Mein nächster Schritt war die Beantragung einer Finanzierung durch das Gesundheitsministerium der Republik Serbien. Das kann ein schwieriger und langwieriger Prozess sein, wenn Sie keine Ahnung haben, wo Sie anfangen sollen oder an wenn Sie sich mit der Bitte um Hilfe wenden sollen.

Nachdem ich alle Informationen über die Protonenbehandlung im PTC hatte und die Anforderungen für den Finanzierungsantrag kannte, ging ich zu meinen Ärzten, die mich alle unterstützten und bereit waren, alle erforderlichen Papiere zu unterschreiben und an das Gesundheitsministerium zu senden. Leider konnte ich aufgrund des langwierigen Antragsverfahrens erst am 23. Januar 2019 mit der Behandlung beginnen.

Schließlich reiste ich zu meiner ersten Konsultation nach Prag, wo ich über die möglichen Nebenwirkungen informiert wurde, die wirklich beängstigend waren und mich auf das Schlimmste vorbereiteten. Schließlich hatte ich jedoch das Glück, keine der Hauptnebenwirkungen zu spüren. Eigentlich waren die einzigen Nebenwirkungen, die ich hatte, Halsschmerzen und leichtes Nasenbluten.  Ich hatte wöchentlich einen HNO-Arzt Termin in PTC, der mir Half, diese Nebenwirkungen zu behandeln. Außerdem hatte ich auch einen Termin beim Hautarzt, der mir eine Creme zur Vorbeugung der Hautirritationen gegeben hat.

Am Anfang stellte die Diagnose mein Leben auf den Kopf. Ich bin ein junger Mann und nach der partiellen Laminektomie musste ich ein Halskragen tragen und die Prognose des Arztes war düster. Je mehr ich über Chordome recherchierte, desto mehr fürchtete ich mich vor der Zukunft. Krebs ist ein beängstigendes Wort, das Sie im Fernsehen und vielleicht von Bekannten hören, aber ich hätte nie erwartet, dass mir ein Arzt sagt, dass ich Krebs habe, insbesondere eine so seltene spezifische Krebsart, von der nur einer von einer Million Patienten betroffen ist.

Während meines Aufenthalts in Prag hatte ich die Unterstützung und Begleitung eines Familienmitglieds. Zwei bis drei Wochen nach Beendigung meiner Behandlung fühlte ich mich viel besser. Bevor die Behandlung begann, konnte ich meine Füße kaum bewegen und ich musste einen Rollstuhl haben, um mich bewegen zu können. Am Ende der Behandlung konnte ich zum ersten Mal einen 3,5 km langen Spaziergang durch die Prager Altstadt machen.

Die Behandlung im PTC war eine angenehme Erfahrung. Alle Mitarbeiter waren sehr hilfsbereit und freundlich. Ich war überrascht, als die Putzfrau lächelte und mir „Guten Tag“ sagte, als wir uns im Flur begegneten. Eine solche positive Einstellung und dieser allgemeine Respekt werden Sie in einer serbischen Institution möglicherweise nicht sehen. Die internationalen Behandlungskoordinatoren haben immer nach mir geschaut, um sicherzustellen, dass ich nichts brauchte. Die Anlage ist gut organisiert und ich hatte keine Verzögerungen oder Komplikationen. Ich kann das Proton Therapy Center zukünftigen Patienten nur empfehlen.

Wie zugänglich ist die Protonentherapie bei Prostata-Karzinom und wer hat da die Nase vorn?

Jedes Jahr erkranken weltweit schätzungsweise 17 Millionen Menschen an Krebs. Die vier am häufigsten auftretenden Krebserkrankungen weltweit sind Lungen-, Brust-, Darm- und Prostatakrebs. Bei Männern ist der Prostatakrebs, also Karzinom der Prostata, die häufigste Tumorerkrankung. Den Betroffenen stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. Chirurgische Entfernung der Prostata und Strahlentherapie werden weltweit am häufigsten gewählt. Diese sind jedoch nachweislich in vielen Fällen mit Nebenwirkungen verbunden, sich negativ auf die sexuelle Funktion, auf den Harntrakt und auf den Darmausgang auswirken können.

Die Strahlentherapie wurde daher immer weiter entwickelt, um das das Toxizitätsrisiko für gefährdete Organe wie Blase, Rektum und Samenblase maximal zu sinken. Die neusten Geräte der konventionellen Strahltechnik erreichen gute Ergebnisse, sind allerdings physikalisch an ihrem Limit gelangt. Photonenstrahl kann die Präzision und Schonung der naheliegenden Organe aber steigen, da die Strahlen extrem genau gezielt werden und direkt im Tumor anhalten. Dies ist durch verschiedene Studien nachgewiesen, und für einige Diagnosen (wie z.B. Tumore bei Kindern) gilt die Protonentherapie bereits als Standard. Wie ist es aber bei dem Prostata-Karzinom?

Von unserer Erfahrung ausgehend, wird eine Protonentherapie bei lokalisierten Tumoren im mittleren und hohen Risiko von den hiesigen Krankenkassen oft übernommen. Auch ausländische Krankenkassen übernehmen die Therapie von Fall zu Fall, vor allem private Krankenkassen. Es gibt allerdings Länder, wo diese Therapie bereits zum Standard auch bei Karzinom der Prostata wurde: Japan. Um die Lebenserwartung und die Lebensqualität der betroffenen japanischen Männer zu verbessern, unterstützt die japanische Regierung eine umfassende Forschung zu den aktuellen Formen der Krebsbehandung. Eine solche Unterstützung gilt auch der Protonentherapie.

Derzeit gibt es in Japan 14 Protonenanlagen. Deutschland hat zur Zeit fünf Zentren, Österreich und die Tschechische Republik eins. Seit April 2018 wird die Protonentherapie bei Karzinomen der Prostata von der japanischen öffentlichen Krankenversicherung übernommen. Daraufhin ist in Japan die Zahl der Patienten, deren lokalisiertes Prostatakarzinom mit Protonentherapie behandelt wurde, deutlich gestiegen und wächst weiterhin.

In einer von japanischen Forschern im Januar 2019 im Journal of Clinical Medicine publizierten Auswertung der bisher zugänglichen Studien zur Protonentherapie bei lokalisiertem Prostatakrebs in Japan wurde der positive Effekt der Protonentherapie bei Prostatakarzinom gegenüber anderen Formen der konventionellen Strahlentherapie bestätigt.

Die Inzidenz akuter und später Toxizitäten im GI- und GU-Trakt sowie die Strahlendosen für Risikoorgane wie Blase, Darm und Samenbläschen erwiesen sich als signifikant niedriger, wenn sie mit herkömmlichen Strahlentherapie-Behandlungen verglichen wurden. Die Protonentherapie hat sich auch in der Prognose und Lebensqualität der Patienten bewährt. Die biochemische Kontrolle der Erkrankung bei Patienten nach der Protonentherapie (einschließlich der Fälle mit hohem und sehr hohem Risiko) war signifikant günstig.

Die japanischen Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Protonenstrahl-Therapie eine wirksame und geeignete Behandlungsoption für lokalisierten Prostatakrebs ist, auch wenn noch weitere Daten und Auswertungen folgen sollten, mit der anwachsenden Zahl der Patienten.

Das Protonentherapiezentrum in Prag spezialisiert sich auf die Prostatakarzinom-Behandlung. Die Patienten mit niedrigem und mittlerem Risiko können die Therapie in 5 Bestrahlungssitzungen absolvieren, einige Patienten mit mittlerem und hohem Risiko (z.B. mit Metastasierungen in den Lymphknoten), Patienten nach Operation oder mit Rezidiv werden dann mit einer höheren Strahlendosis in 21 bis 36 Sitzungen bestrahlt, je nach Umfang der Erkrankung.